Blutgruppendiät – 0, A, B: Wie läuft diese Diät ab?

Die meisten aller Diäten sind geradezu rasterartig. Nach Schema F wird demjenigen, der Gewicht verlieren möchte, eine Schablone auferlegt, an die er sich zu halten hat, dabei ist schon lange bekannt, dass jeder Mensch in den Feinzügen unterschiedlich funktioniert. Wie soll da für alle ein und dieselbe Abnehm-Methode zielführend sein? Unschwer zu bemerken, dass da etwas nicht stimmen kann. Jede Diät müsste deshalb individuell angepasst sein – so wie z. B. die Blutgruppendiät?

Was ist eine Blutgruppendiät?

Die kühne Idee der Blutgruppendiät entwarf der Naturheilkundler Peter D’Adamo. In seinem Buch, das in mehr als 50 Sprachen erhältlich ist und Verkaufszahlen jenseits der sieben Millionen aufweist, erklärt er, dass die Blutgruppe der Menschen ausschlaggebend für ihre Ernährung ist bzw. sein sollte. Dabei geht er davon aus, dass unterschiedliche Blutgruppen eine unterschiedliche chemische Zusammensetzung haben müssen und weil Blut bekanntlich durch den ganzen Körper fließt und Organe mit lebensnotwendigen Stoffen versorgt, arbeiten diese auch verschieden, was wiederum eine differenzierte Ernährung abverlangt. Differenziert wird dabei zwischen den Blutgruppen A, B, AB und Null (0). Zurück geht dieses Prinzip übrigens auf unsere Vorfahren.

Was muss bei einer Blutgruppendiät gemacht werden?

Zunächst einmal sollte natürlich die eigene Blutgruppe festgestellt werden, so diese nicht ohnehin bekannt ist. Das geschieht in aller Regel beim Arzt durch Blutabnahme. Danach gilt es, sich an D’Adamos Plan bzgl. der Nahrung zu halten, die die jeweilige Blutgruppe einzunehmen hat:

Blutgruppe A: Die Blutgruppe A soll auf die Ackerbauern und Viehzüchter zurückgehen. Deren Ernährung sah in erster Linie Getreide und reichlich Obst und Gemüse vor. Fleisch stand eher seltener auf der Tagesordnung, Fisch landete da schon häufiger auf dem Teller. Für den Blutgruppentyp A eignet sich demnach eine gut strukturierte vegetarische Ernährung.

Blutgruppe B: Ganz anders sah das bei den Mongolen der Steppe Eurasiens aus. Diese verzehrten eher die Erzeugnisse von Tieren und die Tiere selbst. Was an Bäumen und Sträuchern hing, wurde vermieden. Was allerdings aus dem Boden kam (z. B. diverses grünes Gemüse) sowie Eier und Wildfleisch wurde gut und gerne gegessen – so soll es auch noch heute für diejenigen sein, die der Blutgruppe B angehören.

Blutgruppe AB: Menschen mit der Blutgruppe AB seien nach den Erkenntnissen des Naturheilkundlers eine Mischung aus Ackerbauern und Mongolen. Sie vertragen sowohl Fisch und Fleisch als auch Obst, Gemüse und Getreide ausgezeichnet. Lediglich Schweinefleisch sollten sie aus ihrem Ernährungsplan streichen.

Blutgruppe Null (0): Möglichst frei von Gluten sollten sich diejenigen mit der Blutgruppe Null ernähren, d. h. Getreideprodukte sollten vermieden werden. Gleiches gilt für Hülsenfrüchte und Milchprodukte. Gut geeignet sind hingegen Fisch und Fleisch, Obst, Gemüse und andere Lebensmittel, die viel Eiweiß enthalten.

Ist eine Blutgruppendiät ein Selbstläufer?

Nein. Für die meisten Probanden ist die Blutgruppendiät sicherlich kein Selbstläufer, denn je nach Blutgruppe wird der Abnehmende in seinem bisherigen Essverhalten mehr oder weniger stark eingeschränkt. Das wiederum fordert Eingeständnisse, was bestimmte Inhaltsstoffe angeht und bedarf auch nach einem längeren Zeitraum eisernen Willen und Durchhaltevermögen.

Welche Ergebnisse darf man sich von einer Blutgruppendiät erhoffen?

Die Ergebnisse schwanken sehr stark von Blutgruppe zu Blutgruppe. Ursache dafür ist, wie nicht weiter verwunderlich ist, die unterschiedliche Ernährung. Während z. B. der Blutgruppentyp B sehr proteinreich lebt und sich in seinem Vitaminkonsum sehr stark einschränkt, hat es der Blutgruppentyp A schwerer, an eiweißhaltige Nahrung zu kommen. Ausgewogen ernährt sich einzig derjenige, mit einer AB Blutgruppe. Zur besseren Darstellung: In Deutschland haben nur sechs Prozent aller Einwohner die Blutgruppe AB. Letztendlich ist es jedoch eine ausgewogene Ernährung, die dauerhaft schlank machen kann, weshalb nach der Theorie D’Adamos nur sechs Prozent die Chance hätten, gesund abzunehmen – und das, wo rund 60 Prozent aller Menschen in Deutschland übergewichtig sind.

Wie lange dauert die Blutgruppendiät?

Die Blutgruppendiät beschränkt sich nicht auf einen bestimmten Zeitraum, sie soll vielmehr als Lebensaufgabe angesehen und dauerhaft angewendet werden. Wer diese Diät nur für ein paar Wochen ausprobiert, der sollte danach in jedem Fall zu einer ausgewogenen Ernährung übergehen, statt in seine alten Essgewohnheiten zu verfallen.

Was für Erfahrungen zur Blutgruppendiät gibt es?

Die Blutgruppentypen A, B und Null teilen i. d. R. die Erfahrung, dass früher oder später Mangelerscheinungen auftreten. Zwar funktioniert das Abnehmen zu Beginn der Diät schneller als erwartet, doch wird es auch zunehmend schwerer, sich an eine mangelhafte Ernährung zu gewöhnen. Anders sieht es beim Blutgruppentypen AB aus. Der Abnehmprozess verläuft hier deutlich langsamer als bei den anderen Blutgruppen, ist auf längere Sicht betrachtet jedoch erfolgreicher und langanhaltender.

Gibt es Kritik und Gefahren an der Blutgruppendiät?

Die Annahme, dass erfolgreiches Abnehmen auf das Essverhalten unserer Vorfahren zurückgehen soll, lässt selbsterklärend einige Wissenschaftler die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Einen wissenschaftlichen Nachweis dafür, dass D’Adamos Theorien stimmen, gibt es nicht. Außerdem seien die Blutgruppensysteme bis heute nicht vollständig untersucht worden, weshalb konkrete Aussagen in Sachen Ernährung gar nicht getroffen werden können. Vielmehr handle es sich bei drei von den vier Methoden schlicht und ergreifend um eine Herabsetzung der täglichen Kalorienzufuhr, was wiederum zu Nährstoffmangel führen kann. Alles in einem ist demnach nur die Ernährung des Blutgruppentyps AB erfolgreich.

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